Legendentreff in Lahti: Die Stars von einst bei der WM in Finnland - Viessmann-Sports
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1. März 2017 Viessmann Sport

Legendentreff in Lahti: Die Stars von einst bei der WM in Finnland

Die Nummer hätte fast geklappt: Mit ernster Miene und ohne mit der Wimper zu zucken verkündete Deutschlands Langlaufchef Andreas Schlütter am WM-Eröffnungstag schon die Staffelbesetzung bei den Langlauf-Herren. Ja, es sei richtig, er selbst werde anlaufen, Veränderungen gebe aus auf der zweiten Position, die würde jetzt Axel Teichmann besetzen, neu an Drei sei René Sommerfeld, der extra eingeflogen werde und wenn er schon mal da sein, dann könne Tobias Angerer wie einst auch in Lahti das Ding nach Hause laufen.

Zum Glück war der Kalauer ein wenig zu dick aufgetragen, aber rein theoretisch wäre diese Aufstellung für die Staffel drin. Denn außer Sommerfeld, der als verantwortlicher Nachwuchstrainer nicht mit nach Finnland gekommen ist, sind die anderen drei Männer in Finnland am Start. Schlütter als verantwortlicher Sportchef, Teichmann als Trainer und Angerer als Fernseh-Experte. Naja, wahlweise hätten auch Peter Schlickenrieder und Jochen Behle starten können, die sind auch vor Ort, beide arbeiten für das Fernsehen.

Ebenfalls gesichtet an Loipen und Schanzen wurden weitere Olympiasieger und Weltmeister von einst und zwar nicht nur aus Deutschland. Georg Hettich, Ronny Ackermann, Hermann Weinbuch, dazu die einstigen Weltklassekombinierer Hubert Schwarz oder die Skisprunglegenden Dieter Thoma und Gerd Siegmund halten die deutsche Fahne hoch, aus Österreichs ist ein ganzer Schwarm von Ex-Sksiprung-Adlern nach Finnland geflogen, und wer sich nicht vorsieht, der wird von den Trainern Heinz Kuttin, Andereas Felder oder Andreas Widhölzl und Alexander Stöckl angerempelt. Die immer noch nicht genug haben, dürfen sich auf einstige rot-weiß-rote Skisprung-Helden wie Ernst Vettori, Martin Koch oder Andreas Goldberger freuen, Vettori als Funktionär des Österreichischen Skiverbandes, Koch als Experte für den Österreichischen Rundfunk und Goldberger wie einst als Hansdampf in allen Gassen; auch Goldi steht für den ORF zur Verfügung und ist zudem ein Vorspringer mit Kameras an Helm und Ski.

Wer genau hinschaut, erkennt bei Siegerehrungen auf dem Marktplatz der Stadt weitere Prominente von einst. Jelena Vjälbe aus Russland stand selbst 14 Mal ganz oben, ehe sie in Lahti durch deren 15. WM-Titel von Norwegens noch aktiver lebender Langlauf-Legende Marit Björgen in dieser Beziehung übertroffen wurde. Jetzt gehört Vjälbe als Präsidentin des russischen Langlauf-Verbandes bei Siegerehrungen zur Gilde der Funktionäre und hängt die goldenen, silbernen und bronzenen Schnee-Sterne um die Hälse ihrer Nachfolgerinnen und Nachfolger.

Egal ob Norweger, Schweden, die Schweizer, Tschechen oder Polen – alle haben sie ihre Altstars nach Finnland gebracht. An die Loipen und Schanzen. Nur Gastgeber Finnland geht in diesem Jahr einen anderen Weg. Obwohl es im Land der 1.000 Seen vor Skisport-Helden nur so wimmelt – die Finnen verfolgen in Lahti Plan B: Wer erfahren genug ist, darf noch mal ran, bei der Heim-WM: Skispringer Janne Ahonen, Kombinierer Hannu Manninen und Langläuferin Aino- Kaisa Saarinen bringen es zusammen auf 115 Lenze, springen und laufen aber noch immer mit der Jugend um die Wette. Rekorde sind damit aber nicht zu brechen – denn der einsame Spitzenreiter in Sachen „Sport hält jung“ bleibt Noriaki Kasai aus Japan: Der ist inzwischen 44 und angeblich schon Besitzer einer FIS-Inventarnummer. Kasai erlebte seine ersten Welttitelkämpfe vor 28 Jahren. Das war 1989! Wo? In Lahti!

Foto: www.NordicFocus.com