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13. Februar 2017 dsv-admin

Damals wie heute – Goldene Zeiten in Hochfilzen

Gold in der Mixed-Staffel, Gold in der Verfolgung durch Laura Dahlmeier, Gold im Sprint durch Benedikt Doll, dazu Silber ebenfalls durch Dahlmeier im Sprint – die Halbzeitbilanz der deutschen Skijäger bei der Biathlon-WM in Hochfilzen (AUT) ist beeindruckend und weckt Erinnerungen an die letzten Welttitelkämpfe an gleicher Stelle. Denn Hochfilzen war schon immer ein gutes Pflaster für deutsche Biathleten. Ein Blick zurück auf zehn glanzvolle Tage im März 2005.

Gleich zum Auftakt der damals 40. Biathlon-Weltmeisterschaft durfte sich mit Uschi Disl eine Athletin über Gold im Sprint freuen, die den Biathlonsport zwar mehr als eine Dekade lang maßgeblich mitgeprägt hatte, aber bis zu diesem Zeitpunkt noch immer ohne Einzeltitel bei Großereignissen geblieben war. Die Last, die der vielfachen Silber- und Bronzemedaillengewinnerin dabei von den schmalen Schultern gefallen sein muss, war wohl derartig groß, dass Disl am nächsten Tag gleich auch noch den Titel in der Verfolgung gewann. Derweil biss sich bei den Herren Sven Fischer an einem Ole Einar Björndalen im Zenit seines Könnens die Zähne aus: Im Sprint fehlten ihm als Zweiten nur gut zehn Sekunden auf den Norweger und in der Verfolgung musste er sich hinter Björndalen und dem Russen Tschepikow mit Platz drei zufrieden geben.

Überraschendes Comeback von Andrea Henkel
Einige Tage später schlug dann die große Stunde von Andrea Henkel. Nach größtenteils enttäuschenden Leistungen in der Weltcup-Saison war die Doppel-Olympiasiegerin eigentlich nur als Reservistin einer in der Breite unheimlich stark aufgestellten deutschen Mannschaft nach Österreich gereist – und das auch nur, weil ihre Teamkollegin Martina Beck erkrankt absagen musste. Doch nach durchwachsenden Leistungen von Simone Denkinger in Sprint und Verfolgung wurde Henkel für das Einzel nominiert und rechtfertigte das Vertrauen des damaligen Bundestrainer Uwe Müßiggang. Im dichten Schneetreiben behielt sie den Durchblick und gewann nach nur einem Schießfehler mit großem Vorsprung auf die Konkurrenz ihre erste Goldmedaille bei Weltmeisterschaften.

Mit ihrem Überraschungscoup sicherte sich Henkel zudem ihren Startplatz in der Staffel, die trotz einer Strafrunde von Uschi Disl hinter Russland Silber gewann. Auch Michael Greis und Ricco Groß (Silber und Bronze im Einzel) trugen sich neben Sven Fischer, der mit Silber im Massenstart (wieder hinter Björndalen) eine weitere Plakette gewann, noch in die Liste der deutschen Medaillengewinner ein. Am Ende standen sagenhafte neun Podestplätze in zehn Rennen für den DSV zur Buche. Eine Wahnsinnsbilanz, von der die aktuelle deutsche Biathlon-Generation vor der Reise nach Österreich wahrscheinlich nur zu träumen wagte. Doch wer weiß? Nach den bisher gezeigten Leistungen und bei sechs noch ausstehenden Wettkämpfen ist es den Newcomern um Dahlmeier, Doll und Co. durchaus zuzutrauen, die „Altmeister“ in dieser Statistik noch zu überflügeln.

Foto: NordicFocus.com