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1. Februar 2017 dsv-admin

Amerika!

30 junge Deutsche, allesamt sportlich ambitioniert, haben sich in den letzten Tagen Richtung USA aufgemacht, das Reiseziel lautete aber weder New York noch San Franzisco oder Hollywood – es geht ins einigermaßen verschlafene Park City im Bundesstaat Utah; ein knapp 8.000 Einwohner zählendes Städtchen auf mehr als 2.000 Meter Meereshöhe. Normalerweise kein Grund, sich in den Wilden Westen zu wagen, im konkreten Fall aber wollen die Deutschen auf Skiern das finden, was die Gründerväter der Stadt vor 150 Jahren vergeblich suchten: Edelmetall.

Junioren-WM und U-23-Weltmeisterschaft, so nennt sich der Grund der Reise und für die Starterinnen und Starter des Deutschen Skiverbandes geht es um nicht mehr oder weniger, als die glänzenden Auftritte vergangener Jahrgänge zu wiederholen.
Spätestens als der DSV vor mittlerweile mehr als einem Dutzend Jahren die Festlegung traf, nur Sportlerinnen und Sportler zu Nachwuchsweltmeisterschaften zu schicken, die Medaillenchancen besitzen, war die Zeit des Ski-Tourismus vorbei. Und so ist auch der Trip in die Bergwelt der Rocky Mountains alles andere, nur kein Ausflug zu Indianern und Pulverschnee, Braunbären und Ted Ligety – die US-Alpin-Ikone, Olympiasieger von Turin und Sotschi, wuchs in Park City auf und startet für den Skiclub der Stadt.
An bekannten Namen fehlt es allerdings auch im deutschen Team nicht: Herrmann und Rydzek kennt man im Nordischen Skisport made in Germany. Diesmal jedoch hören die Sportler, die den (Nach-) Namen tragen, nicht auf Denise und Johannes. Nadine Herrmann und Coletta Rydzek sind die jüngeren Schwestern der wesentlich bekannteren älteren Geschwister.

Soldier Hollow (USA): J. Brugger, A. Fräbel und C. Rydzek

Soldier Hollow (USA): J. Brugger, A. Fräbel und C. Rydzek

Andere DSV-Starter reisen mit bereits erworbenen eigenen Meriten über den großen Teich. Kombinierer Vinzenz Geiger beispielsweise stand im Weltcup der Erwachsenen in diesem Winter schon auf dem Podest und hat (theoretisch) die WM-Norm für Lahti in der Tasche. Gianina Ernst machte als Weltcup-Küken einst in Lillehammer auf sich aufmerksam und war schon 2014 jüngste Deutsche im Sotschi-Olympiateam. Sie reist mit der Empfehlung des 2015 in Almaty gewonnenen JWM-Titels nach Amerika. Das gilt auch für Teamkollegin Pauline Heßler aus Thüringens Glasbläserstadt Lauscha. Die holte schon Gold und Bronze bei Nachwuchstitelkämpfen. Und auch bei den Langläuferinnen darf man in Utah auf Edelmetall hoffen, denn mit der Oberwiesenthalerin Julia Belger startet im U23-Bereich eine Athletin, die im Nachwuchs schon WM-Bronze holte und inzwischen auch bei den Erwachsenen diverse Nachweise weiter gewonnener Leistungsstärke erbringen konnte. Belger würde das Erbe von Victoria Carl antreten, die im Vorjahr im rumänischen Rasnov gleich zwei Mal aufs Podium durfte, Gold und Silber gewann.

Der Aufgalopp in den USA kann sich schon mal sehen lassen, die ersten Entscheidungen sind bereits gefallen, Hut ab: Janosch Brugger aus dem Schwarzwald wird Weltmeister, Antonia Fräbel aus Thüringen wird Vizeweltmeisterin und Coletta Rydzek aus Oberstdorf holt sich Bronze.